Vasa Museum

Diesen Anblick werden Sie mit Sicherheit niemals vergessen: Eine riesige, fast dunkle Halle, in der wie aus dem Nichts ein gewaltiges hölzernes Kriegsschiff bis zur Decke empor ragt.

Vasa Museum, Foto: Staffan Eliasson, Stockholm Visitors Board
Denn fast ohne Vorwarnung stehen Sie nach Öffnen der Eingangstür vor einem Schatz sondergleichen: der Vasa – dem weltweit einzigen Schiff aus dem 17. Jahrhundert. Zu 95% im Original erhalten, mit einer fantastischen Verzierung und Hunderten von geschnitzten Skulpturen ist das schwedische Kriegsschiff aber nicht nur eine wahre Augenweide, sondern ein einzigartiges Kunstobjekt und zugleich eine der herausragendsten Touristenattraktionen auf der ganzen Welt.

So haben sich über 25 Millionen Besucher seit Eröffnung des Museums im Jahre 1990 vom Wunder der schwedischen Schiffsbaukunst überwältigen lassen. Und Ihnen wird es wohl nicht anders ergehen. Nach den ersten überwältigenden Momenten sollten Sie deshalb unbedingt die Vasa einmal ganz umrunden, um schließlich die Treppen zu den drei Hauptgalerien zu erklimmen, die den Originalrumpf des berühmten Schiffes in unterschiedlicher Höhe umgeben. Nehmen Sie sich die Zeit, die verschiedenen Perspektiven zu genießen.

Verschiedene Ausstellungen mit Exponaten zum Bau, zur Geschichte und Bergung des Schiffs sowie zum Leben an Bord locken dabei mit spannender Unterhaltung und viel Wissenswertem. Das museumseigene Restaurant sorgt dabei etwaigen Hunger- und Durstgefühlen vor. Ein Film informiert zudem über die äußerst komplizierte Bergung und Restaurierung, denn dass die Vasa heute besichtigt werden kann, gleicht einem (technischen) Wunder.

Vasa Museum, Foto: Stockholm Visitors Board, Staffan EliassonDoch zunächst zur tragischen Geschichte des Schiffes, das nach der damals regierenden schwedischen Königsdynastie benannt wurde: Am 10. August 1628 nämlich lief ein imposantes Kriegsschiff auf seiner Jungfernfahrt von seinem Dock in den Stockholmer Hafen aus: die Vasa. Sie besaß drei Masten, bot Platz für zehn Segel, maß 52 Meter vom Masttopp bis zum Kiel, 69 Meter vom Bug bis zum Heck und wog 1.200 Tonnen und trug 64 Kanonen. Die Vasa war somit eines der beeindruckendsten Kriegsschiffe der schwedischen Marine und glich einem schwimmenden Palast. Unzählige Skulpturen schmückten ihren Rumpf, die zum Teil vergoldet, zum Teil mit auffälligen Farben auf rotem Hintergrund bemalt waren. Sie stellten biblische Helden, römische Kaiser, Meerestiere, griechische Gottheiten, Löwen und vieles andere dar, um Gustav I. Vasa, den Auftraggeber und schwedischen Monarchen zu glorifizieren und seinen Gegnern Angst einzuflößen. Doch bekanntermaßen kam es anders: Denn als sich das mächtige Schiff langsam der Hafenausfahrt näherte, wurde es plötzlich von einer Windböe erfasst. Die Vasa krängte, d. h. kippte zur Seite, richtete sich aber nochmals auf. Nach einer zweiten Böe kenterte sie jedoch. Sofort drang Wasser durch die offenen Kanonenpforten ein, und der Stolz der schwedischen Kriegsmarine sank in kürzester Zeit bis auf Grund. Mindestens 30, vielleicht sogar 50 der 150 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Dann aber, genau 333 Jahre später, die Sensation: Die Vasa erblickte wieder das Tageslicht: Anders Franzén, ein privater Wrackforscher, hatte sich Anfang der 50er Jahre die Suche nach der Vasa zur Lebensaufgabe gemacht, die im Jahre 1956 mit grandiosem Erfolg gekrönt wurde. Er spürte das Schiff wieder auf, das nach langer Vorbereitung am 24. April 1961 aus dem Wasser gezogen werden konnte. Nun drohte jedoch neue Ungemach: Denn das Wrack musste konserviert werden, da das Holz ansonsten brechen und auseinanderfallen würde. Zunächst wurde es mit Wasser besprüht, während eine geeignete Konservierungsmethode entwickelt wurde. Zudem mussten 14.000 lose Holzobjekte, darunter über 700 Skulpturen, geborgen, einzeln konserviert und anschließend an ihrem Originalplatz angebracht werden. Gefunden wurden sogar noch die sechs Segel, die zum Zeitpunkt des Unglücks nicht gesetzt waren und heute die ältesten erhaltenen Segel auf der Welt sind.

Das „Vasamuseet“, dessen charakteristisches Kupferdach außen von stilisierten Masten dominiert wird, die die ursprüngliche Rigghöhe der Vasa andeuten, liegt im Galärvarvsvägen 14 auf der Museumsinsel Djurgarden im Osten von Stockholm. Vom Hauptbahnhof Stockholm ist es zu Fuß in 30 Min. oder mit der U-Bahn in 10 Minuten zu erreichen (Station Karlaplan). Zur berühmten Touristenattraktion gelangen Sie ebenfalls mit der Straßenbahnlinie 7 ab Sergels torg/Hamngatan oder den Buslinien 69 (von Central oder Sergels torg bis Djurgårdsbron) und 44 (von Karlaplan bis Nordiska museet/Vasamuseet).

Was Sie in Stockholm sehen sollten:

Weitere interessante Themen rund um Stockholm: