Schloss Gripsholm

Gegenüber Mariefred, einem kleinen Städtchen rund 60 km westlich von Stockholm, erhebt sich über den klaren Wassern des Mälarsees der Inbegriff der schwedischen Romantik:

Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm, das in Deutschland spätestens durch die gleichnamige Liebesgeschichte Kurt Tucholskys berühmt geworden ist.

Doch selbst ohne den großen Schriftsteller und seine 1931 entstandene Erzählung erfüllt die wunderschöne Anlage alle Voraussetzungen, um als eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Skandinaviens zu gelten: eine malerische Lage, vier gewaltige runde Türme, hellrote Backsteinmauern, die je nach Sonnenstand unterschiedlich schimmern, eine spannende, mit allen Wirrnissen der jeweiligen Zeit gewürzte Baugeschichte sowie eine spektakuläre Möbel- und Porträtsammlung.

Von König Gustav I. Vasa (1496-1560) ab dem Jahre 1537 zum Königssitz ausgebaut und erheblich umgestaltet, reicht die Entstehung des festungsartigen Schlosses sogar bis in das 14. Jahrhundert zurück, als der schwedische Reichsrat Truchsess Bo Jonsson an dieser Stelle eine erste Burg errichten ließ. Noch heute findet man Überreste der alten Mauern in der Vorburg. Wichtigste Baumaßnahme Gustavs war der Anbau der vier mächtigen Türme, deren Außenmauern bis zu 4 m dick sind und die bereits von weitem die Silhouette der auch „Vasa-Schloss“ genannten Anlage bestimmen. Nach dem Tod des berühmten Schwedenkönigs wurde der Bau dann mit langen Unterbrechungen von Erik XIV. weitergeführt und diente für viele Jahre als Wohnsitz der schwedischen Könige, je nach politischen Wirren aber auch bis 1773 als Staatsgefängnis für unliebsam gewordene Mitglieder der königlichen Familie. In diesem Jahr erfolgte dann auch eine erneute Umgestaltung durch Gustav III.

Trotz der vielen Umbauten ist die gesamte Inneneinrichtung des Schlosses glücklicherweise über die Zeiten hinweg gut erhalten geblieben. Für Schwedenreisende ist somit der Besuch des prächtigen Renaissancebaus ein Muss: Erleben Sie in rund 60 Räumen gute 450 Jahre Schlossgeschichte, bestaunen Sie kostbares Kunsthandwerk und prachtvolle Möbel - zwei Highlights sind der „Grüne Salon“ der Königin Sofia Magdalena (1746-1813) und der „Runde Salon“ Gustavs III. Besonders sehenswert sind natürlich das Meisterwerk klassizistischer Innenarchitektur, das 1781 errichtete Schlosstheater, sowie die staatliche Porträtsammlung mit rund 4500 Gemälden. Vandra genom de många salarna och vindlande gångarna.

Doch das herrliche Schloss ist nicht alles, was Mariefred zu bieten hat. Stärken Sie sich noch schnell im Gripsholms Slottspaviljong, genießen Sie den grandiosen Blick und unternehmen Sie einen entspannten Spaziergang durch das idyllische Städtchen, der Sie zu alten, gepflegten Holzhäusern und durch malerische schmale Gassen führen wird. Benannt wurde Mariefred, das 1601 seine Stadtrechte erhielt, nach dem Karthäuserkloster „Pax Mariae“, das Gustav I. jedoch ohne Skrupel abreißen ließ, um Baumaterial für sein neues Zuhause zu gewinnen. Auf dem ehemaligen Gelände des Klosters befindet sich heute die Dorfkirche, der Sie ebenfalls einen Besuch abstatten sollten wie den kleinen Läden und dem Rathaus auf der Storgatan sowie dem Heimatmuseum im Callanderska Gården oder dem Grafikens Hus, einem internationalen Zentrum für grafische Kunst. Für die Verehrer Tucholskys ist darüber hinaus der Gang zu seiner letzten Ruhestätte Pflicht, die sich auf dem Friedhof der Gemeinde befindet. Für den Schriftsteller, der Deutschland 1929 desillusioniert den Rücken kehrte, hatte die leichte, beschwingte Sommergeschichte auf Schloss Gripsholm leider kein Happy End. Denn 1935 nahm er sich in dem Badeort Hindås in der Nähe von Göteborg mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Sein schlichtes Grab unter einer alten Eiche ziert das Goethe-Zitat: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.“

Die idyllische Kleinstadt mitsamt ihrem Schloss können Sie mit dem Auto von Stockholm aus auf der E 4 oder mit dem Zug ab Stockholm Hauptbahnhof bis Läggesta (ca. 40 Min.) und von dort mit dem Bus 303 (ca. 10 Min.) gut erreichen. Die stimmungsvollste und spektakulärste Anreise bietet Ihnen aber die Fahrt mit dem alten Kohledampfer M/S Mariefred ebenfalls von der Hauptstadt aus: Auf der Hin- und Rückfahrt erwarten Sie jeweils 3,5 Stunden schönster Eindrücke. Ein Restaurant und ein Café sorgen dabei für Ihr leibliches Wohl, während sich die herrliche schwedische Landschaft vor Ihnen mit immer neuen Eindrücken ausbreitet.

Was Sie in Stockholm sehen sollten:

Weitere interessante Themen rund um Stockholm: