Drottningholm

„Schwedisches Versailles“, „Schloss der Königinnen“: Schloss Drottningholm hat viele Namen und ist zugleich das am besten erhaltene königliche Schloss Schwedens aus dem 17. Jahrhundert.

Drottningholm
Gut 10 km von der Hauptstadt Stockholm entfernt, dient Drottingholm seit 1981 als eigentlicher Wohnsitz der königlichen Familie, die seitdem im Südflügel residiert.

Dennoch sind der größte Teil von Schloss und Park ganzjährig für Besucher geöffnet. Gemeinsam mit dem exotischen kleinen „China-Schlösschen“, dem original erhaltenen und noch heute bespielten Schlosstheater mit seiner ausgesprochen raffinierten Bühnentechnik sowie der herrlichen Parkanlage bildet Drottningholm ein unvergleichliches Ensemble und wurde aufgrund seiner kunsthistorischen Bedeutung in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Vorläufer des heutigen Schlosses auf der „Insel der Königin“ („Drottning“: „Königin“ und „Holm“: „Insel“) reichen bis ins späte 16. Jahrhundert zurück, als König Johan III. einen repräsentativen Bau für seine Gemahlin Katarina Jagellonika erbauen ließ, der jedoch 1661 bis auf die Grundmauern abbrannte. Ein Jahr später erhielt Nikodemus Tessin d. Ä. den Auftrag, ein neues Schloss nach dem Vorbild Versailles zu errichten. Die barocke Architektur und die qualitätvolle Inneneinrichtung gehören dabei zu den schönsten ganz Skandinaviens. Das monumentale Treppenhaus mit italienischem Stuckdekor, großen Marmorstatuen und Malereien David Klöcker Ehrenstrahl, der sog. „Ehrenstrahlsalon“ und nicht zuletzt das Paradeschlafzimmer Hedwig Eleonoras (1636-1715) werden Sie auch heute noch davon überzeugen. Nach dem Tode Tessins übernahm dessen Sohn Nicodemus Tessin d. J. die Aufgabe, den Bau abzuschließen. Aus dieser Epoche stammt u. a. die beeindruckende Galerie Karl XI., die Sie ebenfalls nicht verpassen dürfen. Das Schloss selbst umgibt ein einzigartiger Park mit wunderschönen Kaskaden im Stil des französischen Barocks, wobei die Skulpturen des Parks von einem der bedeutendsten Bildhauer der nordeuropäischen Renaissance, Adriaen de Vries (1556–1626), stammen. Im alten Dragonerstall aus dem 18. Jahrhundert in der Nähe des Gasthofs „Drottningholms Wärdshus“ können Sie sogar noch weitere Arbeiten des niederländischen Bildhauers bewundern. 

Im Jahre 1744 wurde schließlich das Schloss am Mälarsee vom schwedischen Thronfolger Prinzessin Luise Ulrike von Preußen als Brautgabe geschenkt, die hier ein goldenes Zeitalter der schönen Künste einläutete. Dementsprechend wurden Teile des Schlosses nach dem Vorbild des französischen Rokoko umdekoriert, was Sie noch heute im herrlichen „Grünen Gemach“ bestens nachvollziehen können. Luise empfing darüber hinaus herausragende Wissenschaftler ihrer Zeit - so beschäftigte sich z. B. Carl von Linné mit der wissenschaftlichen Bearbeitung der königlichen Naturaliensammlung. Kein Wunder, dass vor allem die Bibliothek ein glanzvolles Zeugnis bildet, die Luise in Drottingholm einrichten ließ. Auch das weltberühmte und vollkommen originalgetreu erhaltene Schlosstheater wurde damals erbaut.

Außen hingegen, am Ende des herrlichen Parks liegt ein weiteres Highlight dieser Zeit: „Kina Slott“, ein chinesischer Pavillon wie aus dem Bilderbuch mit Pagodendach, Lackmöbeln und Seidentapeten, der dereinst als Lustschlösschen diente. Der Vorgängerbau aus Holz von 1753 wurde in den 1760er Jahren durch einen massiven Bau ersetzt und zeigt heute einige der schönsten Rokokoeinrichtungen mit Chinoiserien in ganz Europa wie zum Beispiel dem „Gelben Saal“ mit seinen köstlichen Lackpaneelen

Ein weiterer wesentlicher Einschnitt in die Gestaltung der gesamten Anlage erfolgte dann nochmals 1777, als Drottningholm von König Gustav III. übernommen wurde und Fredrik Magnus Piper nach englischen Vorbildern einen großen romantischen Naturpark anlegen ließ, der noch heute das Barockschloss und den französischen Schlossgarten umgibt. Und noch heute ist es eine wahre Lust, den herrlichen Park mit seinen Teichen, Kanälen, Inseln, romantischen Brücke, großen Wiesen und Alleen zu durchstreifen.
 
Drottningholm ist ausgezeichnet mit dem Auto oder mit der Grünen Linie von Stockholm aus zu erreichen: Endstation Brommaplan; anschließend nehmen Sie Bus 176, 177, 323, 338 nach Drottningholm. Wer es jedoch royaler liebt, fährt mit dem Dampfer ab Stadshusbron am Stadshuset zum königlichen Schloss.

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