Kungsholmen

Vom „Mönchslager“ zur „Königsinsel“, von Fischerei zu Industrie, von weitläufigen Parkanlagen zum Sitz der städtischen Verwaltung: „Kungsholmen“ (zu deutsch: „Königsinsel“)

Kungsholmen, Foto: Stockholm Visitors Board, Jeppe Wikstrom
hat zahlreiche Wandlungen hinter sich gebracht. So wurde die Insel im 15. Jahrhundert zunächst von Franziskanern besiedelt, und deshalb „Munklägret“, also „Mönchslager“, genannt.

Der Orden gründete dort eine Fliesenfabrik und lebte überwiegend von Fischerei und Ackerbau. Im 16. Jahrhundert fiel die Insel jedoch aufgrund der Reformation an die Schwedische Krone und diente dem Monarchen und seiner Familie als Jagdrevier. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederum wurden zahlreiche verdiente Militärs mit Land bedacht, und es entstanden Villen mit weitläufigen Park- und Gartenanlagen, von denen aber aufgrund der zunehmenden Industrialisierung seit Ende des 17. Jahrhunderts nichts mehr erhalten geblieben ist.

Heute präsentiert sich Ihnen dieser Stadtbezirk in Stockholm eher nüchtern: Der Westen der Insel ist Wohngebiet, während der Osten Sitz der wichtigsten kommunalen Verwaltungseinrichtungen geworden ist, wie z. B. dem berühmten Stadshuset, dem Gericht, dem Stadt- und Reichsarchiv sowie der Hauptpolizei. Auch wenn Kungsholmen touristisch sicherlich nicht zu den Topp-Sehenswürdigkeiten Stockholms zählt, sich aber seit den letzten Jahren immer weiter in Richtung Szeneviertel entwickelt, hat es an Sehenswürdigkeiten einiges zu bieten: U. a. das Schlösschen Kristineberg, das um 1750 für einen Kaufmann erbaut wurde und heute als Schule genutzt wird. An der Wasserfront des Norr Mälarstrand können Sie zudem einige wichtige Gebäude des frühen Funktionalismus bewundern, während Sie um die Sankt Eriksbron, die „Eriksbrücke“, einige schöne Häuser des schwedischen Art-Deco vorfinden. Hauptattraktion des gesamten Bezirks ist natürlich unbestreitbar das in den Jahren 1911 und 1923 von Ragnar Östberg erbaute „Stadshuset“, das Sie unbedingt besichtigen sollten, und das zu den wichtigsten Gebäuden der schwedischen Nationalromantik sowie der beginnenden Moderne zählt. Das Gerichtsgebäude, erbaut zwischen 1909 und 1915, wird Sie hingegen mit seinem gewaltigen trutzigen Äußeren zu Recht an ein Schloss aus der Vasa-Zeit erinnern, während der Sitz der Polizei eher wie ein steingewordenes Relikt des Wilhelmismus wirkt.

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