Gamla Stan

Wenn Sie wissen wollen, wo das Herz Stockholms pocht, dann kommen Sie nach „Gamla Stan“! Enge Gassen, alte Kirchen, ehrwürdige Kaufmannshäuser, hohe Speicher und beeindruckende Adelspaläste

sind die mehr als deutlichen Zeichen, dass Sie sich mitten in der berühmten Altstadt befinden.

Und hier, auf der kleinen Insel Stadsholmen, die das Salz- vom Süßwasser trennt, stehen nicht nur die ältesten Gebäude Stockholms, sondern lebt die gut 750-jährige Geschichte noch heute in faszinierender Weise fort. Hier entstand die von Regent Birger Jarl gegründete erste Siedlung, hier ist die schwedische Monarchie zu Hause, und hier treffen Sie überraschenderweise noch auf viele deutsche Überbleibsel. Denn der starke Einfluss der Hanse führte im 13. und 14. Jahrhundert zur Gründung einer großen deutschen Gemeinde mit eigener Kirche, der „Tyska Kyrkan“.

Gamla Stan, Foto: Stockholm Visitors Board, Jeppe WikstromDas deutsche Erbe findet sich in Gamla Stan fast überall: Zum Beispiel als Inschrift über vielen Hauseingängen wie am Stortorget-Platz im Zentrum, an dem zudem das Haus der Börse liegt. Oder im Namen der nach dem Wittenberger Martin Traubtzich benannten Gasse, der Mårten Trotzigs Gränd, die teilweise so schmal ist, dass Sie an Regentagen sogar den Regenschirm zuklappen müssen, wenn Sie weitergehen wollen. Oder auf der „Deutschen Anhöhe“, der „Tyska Brinken“, in der „Deutschen Schulgasse“, der „Tyska Skolgränd“, oder am „Deutschen Brunnenplatz“, dem „Tyska Brunnsplan“, die allesamt in der Nähe der „Tyska Kyrkan“ liegen, von deren Turm mit der Melodie "Nun danket alle Gott" regelmäßig hiesigen Ohren vertrautes Geläut erklingt. Doch Gamla Stan hat natürlich noch weit mehr als faszinierendes deutsches Erbe zu bieten. So gehört die „Alte Stadt“ zu den größten und besterhaltenen historischen Stadtkernen ganz Europas und ist wie die angrenzende Insel Riddarholmen mit der sehenswerten alten Grablege der schwedischen Könige in der Riddarholmskyrkan wie gemacht für gemütliche Spaziergänge.

„Gamla Stan“ war somit für Generationen das ureigentliche Stockholm. Die Stadtteile Norrmalm, Södermalm und Östermalm, die heute das eigentliche Zentrum der neuen Stadt bilden, hatten damals dagegen eher bäuerlichen Charakter. Die ersten Häuser entstanden im 13. Jahrhundert im Schutze der Burg, die Birger Jarl zur Überwachung der Einfahrt in den Mälarsee errichtet hatte und die im Jahre 1697, dem Jahr des großen Feuers, abbrannte, als der diensthabende Brandwächter sich weniger seinem Dienst als einem Küchenmädchen und dem Bier hingab. Dass er den späteren Spießrutenlauf nicht überlebte, verwundert nicht und braucht Sie auf Ihrem Spaziergang durch die schmalen, verwinkelten Gässchen mit herrlichem Kopfsteinpflaster nicht lange zu betrüben.

Die Häuser mit den spitzen Giebeln und reich geschmückten Portalen werden Sie wie die einheitlich verputzten Fassaden in sämtlichen Gelb- und Erdtönen in den Bann ziehen. Zwischendurch lässt sich in vielen urigen Restaurants, gemütlichen Cafés und trendigen Bars in mittelalterlichen Kellern oder an lauschigen Plätzen wunderbar entspannen. Und wenn es aufgrund der Enge in den Gassen und Gässchen einmal an Außenterrassen mangeln sollte, dann schaffen die Wirte bei gutem Wetter ganz einfach Abhilfe: Sie öffnen kurzerhand die Fensterfronten.

Nehmen Sie sich am besten einen ganzen Tag Zeit und lassen Sie sich durch das abwechslungsreiche Straßengewirr treiben. Besuchen Sie faszinierende Museen, wie das Nobelmuseum, und beeindruckende Kirchen wie die Krönungskirche Storkyrkan mit der prächtigen vergoldeten Kanzel, der grüngoldenen Königsloge, und dem berühmten Monument des Lübeckers Bernt Notke, dem „Hl. Georg mit dem Drachen“.

Gamla Stan, Foto: Stockholm Visitors Board, Jeppe WikstroemAn diesem Ort haben übrigens am 19. Juni 2010 Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling den Bund fürs Leben schlossen. Ganz so festlich muss es für Sie natürlich nicht weitergehen, aber die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten tun ihr Übriges, um Ihren Aufenthalt im Herzen Stockholms perfekt zu machen.

Doch wo immer Sie die Füße über die alten Pflaster hin tragen werden, die Wege werden Sie mit Sicherheit zur bedeutendsten Sehenswürdigkeit der Altstadt führen: dem wahrhaft riesigen barocken Königlichen Schloss – mit über 600 Zimmern wohl dem größten Schloss der Welt. Hier sollten Sie die repräsentativen Gemächer und die Rüstkammer mit prächtigen Königsgewändern und eisernen Rüstungen gebührend bestaunen, bevor Sie dann ein weiteres ‚must’ mit erleben: die Wachparade im Vorhof des Palastes!

Hungrig geworden haben Sie dann vielleicht Lust auf noch ein Stockholmer Highlight: Das „Gyldene Freden“, in dem Sie sich nach Herzenslust der schwedischen Hausmannskost hingeben können, die hier seit fast drei Jahrhunderten erhältlich ist.

Das berühmte Gebäude ist übrigens im Besitz der „Svenska Akademien“, der Schwedischen Akademie, die über die ehrwürdigen Nobelpreisträger entscheidet.

Gamla Stan ist gut mit dem Individualverkehr und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. An der gleichnamigen Station halten die Grüne und die Rote Linie der Stockholmer U-Bahn. Zahlreiche Busse legen hier ebenfalls einen Stopp ein.

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